Wenn ich ganz ehrlich bin: Es ist nun wirklich nicht, die Musik, die mich immer wieder auf das „SPACK!“-Festival in Wirges zieht. Klar, Die Orsons muss man live gesehen haben – Kool Savas und MIA sind auch nicht schlecht und Jennifer Rostock sowieso.

Das, was ich am SPACK! am allermeisten schätze, sind nicht nur die Musiker oder das, ähm… idyllische Ambiente im Städtchen Wirges mit seinen knapp 5.200 Einwohnern, sondern die Menschen auf und um dem Festivalgelände:

Klar, die Leute, die man vor Ort kennenlernt, sind ohnehin eine Gattung Mensch für sich: Ich bin noch nie von einem Festival nach Hause gekommen, ohne mindestens fünf neue Bekanntschaften, drei neue Trinkspiele und mindestens einem Edding-Tattoo auf dem Arm.

Und nirgends findet sich leichter ein Gesprächsthema als vor der Main Stage („Sag mal, hast du mal das Line-Up?“).

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Was ich in Wirges aber wirklich beachtlich finde, sind die Anwohner: Jahr für Jahr ertragen sie den Einfall von Horden von kuriosen Gestalten, feierwütigen Musik-Fans und vollkommen planlosen und verwirrten Mädels, die alleine nicht einmal den Weg zum Festival finden.

Ach bevor ich es vergesse, an dieser Stelle grüße ich noch einmal recht herzlich meine beiden Lotsen Fritz und Fritzi. Jungs, ohne euch würde ich heute noch durch die Pampa irren.

Aber jetzt zurück zu den Wirgesern: Zugegeben, anfangs habe ich mich schon etwas befremdlich gefühlt, als wir auf unserem Weg den ganzen älteren Herrschaften begegnet sind. „Was wollen DIE denn hier?“, schienen ihre Blicke zu sagen.

Nichtsdestotrotz – alles nur Vorurteile: Denn als meine beiden Begleiter und ich auf ein unüberwindbares Hindernis in Form einer Kreuzung stießen, kam die Rettung tatsächlich von oben: „Ihr müsst da lang!“, schallte es aus einem Fenster im zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses. Eine niedliche ältere Dame ruderte mit den Armen, um uns den Weg zu weisen.

Und jetzt soll noch einer sagen, Senioren haben etwas gegen Festivalbesucher!

Selten bin ich im Übrigen auch so herzlich von einem Festival wieder verabschiedet worden: „Wie, du gehst schon?“ Der alte Herr, der am Wirgeser Bahnhof auf einer Bank saß, sah mich beinahe enttäuscht an. Fast geriet ich in Erklärungsnot: „Nun ja… Mein Zug fährt gleich…“
Diese Antwort schien ihn zufriedenzustellen. „Dann aber bis nächstes Jahr!“

Keine Sorge – ich komme ganz sicher wieder!

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