Hallo Nia,

Ich verfolge schon seit längerer Zeit deinen Blog mit großem Interesse. Besonders gefällt mir die Kategorie Bastelkiste, die Idee mit dem Adventskranz fand ich super! Ich bastele selbst gerne, am liebsten mache ich Origami und arbeite mit Fimo.

Mir hat dein Blogeintrag “Hoffnungsträger” sehr gut gefallen und ich finde es toll, dass du so deinen Followern Mut machst. Toll finde ich auch, dass du offen mit deinen Schwächen umgehst. Ich habe mich auch sehr für dich gefreut, dass du dieses Jahr nach Rio fliegst.

Leider hast du schon lange nichts mehr gebloggt. Warum? Es wäre schade, wenn du das bloggen aufgeben würdest.

Liebe Grüße,

Anna

 

 

Liebe Anna,

 

erst einmal wollte ich dir gerne sagen, wie sehr ich mich über deinen Kommentar gefreut habe. Natürlich hoffe ich bei jedem meiner Beiträge, dass die Leute sich auch wirklich dafür interessieren und lesen, was ich schreibe.

Wenn ich aber ehrlich bin, denke ich oft: Es gibt Blogs – sowohl über Essstörungen als auch über kreatives Arbeiten – wie Sand am Meer. Warum sollte also jemand ausgerechnet an meinem Blog hängenbleiben? Was macht ihn lesenswerter als die anderen hunderttausend Blogs über diese Themen?

 

Ich glaube, dass die meisten Menschen eher über meinen Blog stolpern und ihn als eine kleine Randnotiz im ewig strömenden Fluss der Datenmassen des alltäglichen Lebens betrachten, als dass sie sich wirklich Gedanken darüber machen, was und worüber ich schreibe.

Für eine Zeit habe ich dabei vergessen, dass diese Personen aber nicht alles sind: Ich bin dir für deinen Kommentar auch deshalb so dankbar, weil du meinen Fokus wieder hin zu den Lesern gelenkt hast, für die ich das alles hier mit diesem Aufwand betreibe (und für mich natürlich ;]).

Nämlich für die Menschen, die sich ehrlich Zeit nehmen, denen meine Beiträge vielleicht wirklich Mut machen.
Weißt du, als ich angefangen habe zu bloggen, hatte ich so eine Art… Traumvorstellung, von dem, was ich mit dem Bloggen erreichen wollte. Ich wollte so schreiben, dass andere mit Problemen (ganz gleich welcher Art) meinen Blog lesen und denken: „Hey, ich bin nicht alleine!“

Anderen wollte ich dabei helfen, den Blick weg von den negativen Dingen und hin zu den kleinen Wundern zu lenken, die unser Leben so einzigartig macht.

 

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich in den vergangenen Monaten genau in diese Negativ-Falle getappt bin:

Zu allererst muss ich dir nämlich etwas gestehen. Ich fliege dieses Jahr nicht nach Rio. Schon der Workshop in Berlin hat mir meine Grenzen aufgezeigt – nämlich, dass meine Magersucht mich noch zu sehr in ihren Fängen hält, als dass ich solche riesigen Projekte bewältigen könnte. Ich habe gelernt, dass ich kleinere Schritte machen muss, um an mein Ziel zu kommen. Dass von heute auf morgen nicht alles wieder normal ist, nur weil ich es jetzt so beschlossen habe.

Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich ziemlich geschämt, als ich mit dieser Erkenntnis nach Hause gekommen bin. Und ein wenig habe ich auch an meiner Legitimierung für diesen Blog gezweifelt: Ich meine – wer bin ich, dass ich den Menschen Hoffnung machen will, wenn ich selbst an meinen Ansprüchen scheitere?

 

Es hat einfach eine Zeit gebraucht, um mein Scheitern vor mir selbst zuzugeben. Und es hat noch mehr Zeit gebraucht, dass ich es auch hier tun kann.

Jedenfalls: Ich möchte dir danken. Dafür, dass du mich aus meinem Dornröschen-Schlaf geweckt hast.

Ich übertreibe nicht: Ohne dich wäre „Nialebt“ vermutlich langsam aber sicher gestorben.

 

Liebe Grüße,

 

Nia

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