Was Feste und Feiertage betrifft, bin ich wahnsinnig inkonsequent: „Ich hasse Fastnacht!“ Bis in den späten Januar hinein habe ich mich selbst zum harten Kern der Anti-Karnevalisten gezählt. Schon im vergangenen Jahr habe ich mich erfolgreich mit einer Grippe um die närrischen Tage gedrückt. Die Grippe war dabei nicht vorgetäuscht – Blogger-Ehrenwort – aber wenn ich ehrlich bin: Bedauert habe ich es nicht, den Fastnachtssamstag auf dem Sofa verbracht zu haben.

 

Meine Umgebung reagierte auf dieses Bekenntnis bisher mit irritierten Blicken: „Du verkleidest dich doch sonst so gerne!“, lautet da das Tot-Schlag-Argument. Ja, ich bin Cosplayerin. Ja, ich investiere tatsächlich unglaublich viel Zeit und Geld in meine Kostüme. Und wenn ich ehrlich bin, wusste ich bisher auch keine andere Verteidigung als „Das ist aber auch irgendwie was anderes!“

 

In diesem Jahr hat mich das Fieber aber doch irgendwie ergriffen. Keine Ahnung, wie ich mich da anstecken konnte. Ob meine neue „zweite Heimat“ Köln, die Hochburg der Jecken, langsam auf mich abfärbt?

Jedenfalls freue ich mich auf dieses Wochenende. Auf die Umzüge und Kappensitzungen, lange Nächte in fantasievollen Kostümen und…
Okay, ich will ehrlich sein: Eigentlich interessieren mich die Kostüme tatsächlich viel mehr als die langen Nächte.

Einfach mal nicht mehr ich sein, für einen Abend meine Persönlichkeit wie eine getragene Bluse ablegen und sich einen schillernden Schleier überwerfen… Hach! Ihr merkt schon, ich gehe voll in dieser Herausforderung auf 😉

 

Meine neue Obsession geht sogar so weit, dass ich nicht nur eins, sondern gleich fünf verschiedene Kostüme für die ganzen Veranstaltungen am Start habe:

Von der düsteren Dämonenjägerin über fesche Piratin bis hin zur Elfenkönigin Titania aus Shakespeare’s Sommernachtstraum – ich bin gerüstet für die nächsten Tage und freue mich auf die bunte Maskerade!

IMG_0596
Ein Kostüm aus dem vergangenen Jahr – irgendwie habe ich es mit den Elben 😉

Aber mal ganz ehrlich: Irgendwie ist Fastnacht, Karneval oder wie auch immer man es nennen mag, schon eine Art Kurzurlaub für die Seele. Wann sonst können wir so unbefangen und frei von allen Zwängen sein, die uns unser „Image“ auferlegt?

In diesen Tagen können wir uns ungestraft ausprobieren: Fühle ich mich eigentlich glücklicher, wenn ich auf einmal ganz anders bin? Geht es mir besser, wenn ich mit meinem Umfeld anders umgehe?

Fastnacht ist viel mehr als einfach nur Feiern, Lachen und Trinken. Nicht umsonst findet die närrische Zeit am Anfang des Jahres statt. Es ist die Gelegenheit, alte Muster durch neue zu ersetzen. Einfach mal alles auf den Kopf zu stellen und zu schauen, ob es vielleicht noch besser funktioniert.

Fastnacht ist ein Spielfeld, eine Bühne: Erfindet euch einfach neu und nehmt so viel wie möglich von diesem neuen Schwung in euren Alltag mit!

 

P.S.: Und damit meine ich nicht die Clownsnase, mit der ihr jetzt auf einmal jeden Tag in der Universität/der Schule oder im Büro erscheinen sollt ;). Aber jetzt ganz viel Spaß und Helau und Alaaf!

Advertisements