Ich danke Nia vielmals für die Einladung, einen Gastbeitrag auf ihrem Blog zu veröffentlichen. Ein Thema zu finden war auch gar nicht schwer.
Wir lieben beide das Reisen und leiden immer wieder unter Fernweh. Was lag da näher, als genau darüber zu schreiben?
Bei mir gibt es verschiedene Arten von Fernweh:
1. Das Gefühl von „ich muss hier weg. jetzt.“
Wenn die Tage im Büro zu oft zu lang werden und auch in der Freizeit immer mehr Termine auftauchen, dann kommt irgendwann der Punkt, an dem ich
einfach nur ganz gerne weg möchte. Sofort und möglichst weit.
2. Das Gefühl von „ich muss mehr von der Welt sehen“
Das unterschwellige Gefühl, dass in der Welt einfach viel zu viel zu entdecken ist, ist bei mir permanent vorhanden, jedoch in unterschiedlichen Abstufungen.
Zwischen zwei Urlauben ist es ganz ok 😉 Direkt nach einem Urlaub einfach deshalb, weil ich viele neue Eindrücke gewonnen habe, an denen ich noch eine Weile zehre.
Nach der Buchung des nächsten Urlaubs ist es auch wieder ganz ok. Da freue ich mich dann auf die neuen Eindrücke, die ich gewinnen werde. Dazwischen
jedoch ist es schon mal etwas schwierig. Und so zieht sich die Urlaubsplanung auch ständig in die Länge. Einfach, weil wir uns nicht entscheiden können, was
wir zuerst sehen wollen. Wie wir dann letztendlich zu einem Ziel finden, würde hier den Rahmen sprengen.
3. Das Gefühl von „da war auch schön“
Dies ist eigentlich das schlimmste von allen Fernweh-Arten. Es ist nämlich die, die ein wenig weh tut und die ich wohl auch nicht mehr loswerde.
Jetzt denkt ihr vermutlich, warum reist sie dann nicht noch mal dahin? Weil es nicht um eine Urlaubsreise geht. Ich habe ein paar Monate im Ausland gelebt
und bin der Liebe wegen zurück gekehrt. Auch wenn das noch immer völlig ok ist, vermisse ich Toronto und das dortige Leben und besonders die Freunde, die ich dort hatte.
Ich möchte euch aber nicht mit meiner Lebensgeschichte quälen, sondern über meine aktuelle Fernweh-Bekämpfung berichten.
Das Gefühl von „ich muss hier weg. jetzt.“ hat mich vor einer guten Woche wie ein Hammer getroffen. Das „jetzt“ war selten so laut.  Da musste ich natürlich drauf hören und habe direkt meine potentielle Reisebegleitung angetextet (ja, ja, ich weiß, ich soll auf der Arbeit nicht mit dem Handy rumspielen). Er hatte praktischerweise ähnliche Gedanken. Ganz romantisch *hust* kam dann ungefähr folgende Konversation zustande: Ich: „ich muss hier weg“. Er: „ich auch“. Ich: „Dubai?“.
Er: „alles klar!“
Wir haben noch ein paar weitere Mails ausgetauscht und und letzten Endes auf Abu Dhabi festgelegt. Das ist noch immer ganz schön nah dran für so ein spontan dahin geworfenes Ziel. Kennt ihr das, dass man sich ein Ziel „nach Gefühl“ aussucht? Manchmal ist mir mehr nach Stadt, dann wieder nach Strand oder Berg, Einsamkeit oder Trubel.
Nach Feierabend bin ich dann ganz altmodisch in mein Reisebüro des Vertrauens gedüst und habe mich beraten lassen. 3 Hotels sind zur engeren Auswahl
mit nach Hause gekommen. Bei uns dauert die Abstimmung leider immer etwas, da mein Herzblatt noch zur Abendschule geht und vor 22 Uhr nicht Zuhause ist.
Sehr unpraktisch für spontane Menschen wie uns 😉 Ihr könnt euch vorstellen, wie viel Lust wir zu so später Stunde noch hatten, Millionen von Hotelbewertungen
zu lesen. Aber ein paar haben wir geschafft und uns für ein Hotel entschieden. Zumindest zu 90 %.
Am nächsten Morgen sollte ich final entscheiden und buchen.
Mein Bauchgefühl hat sich irgendwie aber gewehrt und so bin ich nach der Arbeit wieder ins Reisebüro und wir (der nette Herr dort und ich) haben uns gemeinsam
noch einmal einige Hotels angesehen. Kurze Mail mit dem Favoriten an meine Reisebegleitung und diesmal fühlte sich für uns alles richtig an. So wurde dann
gebucht.
Übernächste Woche ist Abreise und bisher haben wir keine weitere Energie in die Reiseplanung gesteckt. Wir sind bei Städte- und Kurztripps immer sehr
spontan, bisher aber zu 100 % erfolgreich und zufrieden. Dafür ist das doofe Gefühl weg. Es hat sich mit der Buchung eine seltsame Ruhe in mir ausgebreitet,
die ich unglaublich schwer beschreiben kann. Erfahrungsgemäß kommt dann ein paar Tage vor Abreise das große Kribbeln, dass ich mich ganz viel über mein nächstes Ziel informieren muss. Was gut ist und Sinn macht. Schließlich möchten wir ja auch wissen, wohin wir fahren. Nicht nur namentlich, sondern auch  gerne im Detail etwas über Land und Leute. Falls jemand schon mal dort war, nehme ich Tipps liebend gern entgegen.
Und nach meiner Rückkehr könnt ihr sehr gerne bei mir die Erlebnisse zu dieser Reise nachlesen. Ich werde auch bestimmt eine Menge Bilder mitbringen.
Bis dahin
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