„Erwachsen werden ist so eine barbarische Angelegenheit… Voller Unannehmlichkeiten.“

(Peter Pan)

 

 

Es ist ein merkwürdiges Gefühl, jetzt nach dem Alter gefragt zu werden. Ich bin seit vergangenem Samstag zwanzig Jahre alt, mittlerweile auch offiziell kein Teenager mehr, ein Schritt näher an dem, was von allem immer mit dem großen Wort „Erwachsensein“ betitelt wird.

Es sollte sich eigentlich gut anfühlen.

Aber das tut es nicht. Im Gegenteil: Irgendwie fühlt sich das alles furchtbar fremd an. Wie als hätte man mir ein Körperteil transplantiert, was nicht so recht mit dem Rest verwachsen will.

Ich meine…

 

Ich laufe immer noch barfuß durch den Wald und stelle mir vor, ich sei eine Elbe in ihrem Königreich, zu dem kein Sterblicher je Zutritt hat.

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Ich höre immer noch Musik und versinke dabei in fernen Zeiten und fremden Welten, fernab der Realität.

Ich verliebe mich immer noch regelmäßig in die Protagonisten irgendwelcher mystischen Fantasie-Schmöker, ohne je ein Bild von ihnen vor Augen gehabt zu haben. Von dem selbst imaginierten Bild vor meinem inneren Auge abgesehen *schmacht*

Und außerdem hänge ich immer noch total unrealistischen Träumen nach, die vermutlich nie in Erfüllung gehen.

Die zum großen Teil GANZ SICHER nicht in Erfüllung gehen, weil sie in einer Welt spielen, die sich keinen Deut um die unsere Realität schert, aber das sei ein anderes Thema…

 

Aber all diese merkwürdigen Spleens und Eigenarten waren für mich in Ordnung. Hey, mit neunzehn Jahren ist man immerhin immer noch ein Teenager und als solcher darf man sich solche Schwärmereien wohl doch noch erlauben!

 

Allerdings…irgendwie… Irgendwie habe ich das Gefühl, ich habe mit meinem zwanzigsten Geburtstag die Rechtfertigung verloren, solche Dinge zu tun, zu denken und zu fühlen. Nicht, dass ich Zwanzigjährige für furchtbar alt hatte, mitnichten! Ich weiß genau, dass die jungen Erwachsenenjahre von vielen als die schönsten Jahre überhaupt angesehen werden.
Gerade den Kinderschuhen entwachsen, noch ungebunden und frei von familiären Zwängen erwartet die moderne Gesellschaft von der gewöhnlichen Zwanzigjährigen nun (wenn man den Filmen und Magazinen Glauben schenken will):
Party statt Waldspaziergang, Pläne statt und Träume und eben High-Heels statt Kinderschuhen.

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Aber was ist, wenn man die High-Heels nicht tragen will und die Kinderschuhe nicht mehr passen?

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