Ich hasse Abschiede. Und noch mehr hasse ich Abschiede, wenn ich mich nicht richtig verabschieden kann. Damit meine ich gar nicht mal so gravierende Dinge, wie den unerwarteten Tod eines Bekannten – natürlich, das ist noch einmal eine ganz andere Dimension von Abschied(-sschmerz). Doch dieses Unbehagen fängt bei mir oft schon im Kleinen an: Wenn sich eine Person, die wir im Laufe der Jahre liebgewonnen haben, sich einfach nicht mehr meldet.

 

Wisst ihr, was ich meine? Man weiß genau, dass man, rein von der Möglichkeit her, sich noch verabschieden könnte aber es de facto einfach nicht kann.

Natürlich: Man kann der stattfindenden Non-Kommunikation zum Trotz trotzdem noch eine Nachricht hinterlassen und demjenigen mitteilen, wie sehr man den Kontaktabbruch bedauert. Aber alleine die Tatsache, dass sich der andere auch darauf nicht meldet, kann unglaublich frustrierend sein.

 

Wie bitte? Okay, ich höre ja schon auf, meine eigene Situation zu verallgemeinern: Es ist unglaublich frustrierend. Und es lässt mich nicht mehr los – denn genau das, was ich in den vorausgehenden Zeilen so ausführlich beschrieben habe, ist genau das Gefühlschaos, in dem ich mich gerade befinde.

Und gerade weil die Angelegenheit mich so sehr beschäftigt, habe ich beschlossen, mich einfach hier von der Freundin, die das Ganze betrifft zu verabschieden.

 

Ich finde es wahnsinnig schade, wie unsere Freundschaft geendet ist. Und ich verstehe auch nicht wirklich, warum es so kommen musste. Auf einmal war sie einfach nicht mehr da. Hat nicht mehr geantwortet – weder auf meine Anrufe noch auf meine Nachrichten. Vermutlich werde ich nie erfahren, ob ich etwas Falsches gesagt habe oder etwas Unangemessenes getan habe. Oder ob sie einfach für sich entschieden hat, dass wir nicht mehr zusammenpassen.

 

Und gerade das ist es, was mich so unruhig in dieser Hinsicht macht. Wenn sie mir gesagt hätte: „Hey, tut mir Leid – aber die Leben, die wir beide führen, sind so unterschiedlich – das klappt nicht mehr mit uns.“ Damit hätte ich mich irgendwann arrangieren können. Natürlich, es wäre nicht minder ungemütlich gewesen im ersten Moment, aber ich hätte gewusst, was los ist.

 

Denn so, wie es jetzt ist, mache ich mir nicht einfach nur Gedanken. Ich mache mir Vorwürfe. Hätte ich etwas anders tun können? Mich öfter melden, mich weniger melden? Es ist einfach ein furchtbares Gefühl, nie wirklich einen Schlussstrich ziehen zu können.

 

So gesehen mag ich Abschiede eigentlich, wenn ich näher darüber nachdenke. Denn einfach mal „Auf Wiedersehen und mach’s gut“ sagen können – das hätte ich mir schon gewünscht. Gerade von einer guten Freundin.

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