Im Moment gehe ich abends ins Bett und das Herz schlägt mir bis zum Hals. Ich bin müde und kann nicht richtig schlafen, Gedanken  um Gedanken schwirren durch meinen Kopf: Damit bin ich nicht fertig geworden, das muss ich nächste Woche abgeben und warum zum Teufel habe ich meinen Tag nicht effizienter gestaltet?

Ja, meine Freunde, momentan bin ich wirklich im Stress. Nicht, dass ich bisher ein vollkommen stressfreies Leben in beinahe New-Age-mäßiger Harmonie und Gelassenheit geführt hätte. Um ehrlich zu sein wäre das auch kein Leben für mich. Momentan brauche ich zwar noch meine Regeln und Strukturen, die jedem Tag ein verlässliches Muster verleihen. Doch um ehrlich zu sein, sehe ich diese Stützen nur als Schwimmhilfe. Ich möchte etwas erleben; will, dass kein Tag dem anderen gleicht und ich mich abends nicht frage: „Warum hast du die Gelegenheit nicht genutzt?“ sondern „Verdammt, wie bist du in diesen Irrsinn geraten?“

 

Aber ich schweife mal wieder ab. Immerhin geht es nicht darum, wie ich es gerne hätte, sondern darum wie es momentan ist. Denn auch jetzt sind meine Tage prall gefüllt – mit Schularbeiten, Pflichten und Terminen. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, boykottiert mich mein Kopf mal wieder fleißig selbst.

 

Kennt ihr das? Wenn der Angst vor dem Abgabe-Termin euch so sehr lähmt, dass ihr sogar schon Angst davor habt, mit der Arbeit selbst anzufangen? Mein Gott, das hört sich so wirr an, dass ich schon selbst über meinen Gedanken lachen muss, wenn ich das hier niederschreibe. Und doch ist es einfach nur traurig.

Denn selbst wenn ich an meinen Projekten arbeite, habe ich nie das Gefühl „genug“ getan zu haben. Da hättest du noch ein wenig mehr heute tun können, wenn du nicht eine halbe Stunde spazieren gegangen wärst. Da hättest du weitaus mehr rausholen können, wenn du hartnäckiger gewesen wärst. Da hättest du… Ich bin eine Meisterin der Selbstvorwürfe.

 

Aber ist eine exzellente Leistung es wirklich wert, dass ich mich komplett zum Eremit und Work-a-holic mache? Um dem Zeitgeist zu entsprechen, müsste ich vermutlich „Ja“ sagen. Bis vor Kurzen hätte ich das auch noch, ohne zu zögern, getan.

Jetzt bin ich auf einmal genervt von diesen ewigem Streben nach Perfektion, welches mir mein Leben so schwer macht.

Irgendwie ist es merkwürdig, dass ich mich auf einmal so schwer damit tue. Es ist wie als wäre ich bei voller Fahrt aus dem Weg gefallen und sitze jetzt am Straßenrand und wundere mich, warum alle so rasen. Kennt ihr dieses Gefühl?
Mein Gott, dieser Beitrag ist wirklich so wirr, wie ich mich im Moment fühle. Verzeiht.

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