Bis zum Schluss hat sie versucht, mich zu ärgern. Sie wollte sich nicht formatieren lassen. Speicherte sich an Orten, an denen ich sie garantiert nicht abgelegt hatte. Und zu guter Letzt dehnte sie ihren Versende-Vorgang an meinen Dozenten auf zwanzig (!) Minuten heraus.
Aber: Ich habe es geschafft. Ich habe es endlich geschafft. Endlich, endlich endlich habe ich diese verteufelte Recherche-Arbeit fertiggestellt und abgegeben.

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie glücklich ich gerade bin. Ein wenig fühlt es sich an, als wäre ein Stein aus dem riesigen Gebirge auf meinem Herzen ins Rollen geraten und der ganze Berg mit lautem Getöse zusammengebrochen.

 

Ich hatte wirklich Angst, nicht rechtzeitig fertigzuwerden. Ihr erinnert euch vielleicht an meinen Post über den wahnsinnigen Stress, das Herzklopfen und die Unruhe, die mir dieses Projekt bereitet hat. Verdammt, niemals in meinem Leben hätte ich gedacht, dass eine Schulleistung mir wirklich körperliches Unbehagen bereiten kann!

Aber andererseits hätte ich auch nie gedacht, dass sie genau das Gegenteil in mir auslösen kann. Ich dachte wirklich, mir zerspringt das Herz in der Brust, als die Mail endlich verschickt war. Als die süße Gewissheit mir wie ein angenehmes Schwindelgefühl zu Kopf gestiegen ist: „Es ist vorbei!“

Nie wieder werde ich mich mit selbstgerechten Bauleitern, kleinkarierten Kommunalpolitikern und ähnlich unangenehmen Menschen herumschlagen müssen, betteln und umgarnen, nur um Informationen zu einem blöden Bauprojekt zu bekommen.

Nun gut, vielleicht sollte ich den Mund nicht allzu weit aufreißen: Sollte ich wirklich den Berufsweg der Politik- und Wirtschaftsjournalistin einschlagen, wird mir auch das vermutlich in Zukunft nicht erspart bleiben.

 

Aber darüber möchte ich im Moment auch gar nicht nachdenken: Ich will im Moment nur tanzen, singen und mich im Kreis drehen, bis ich lachend und außer Atem stehen bleibe. Das Leben ist so schön! Und ich habe es endlich geschafft! Jetzt kann der Sommer endlich kommen…

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