Heute möchte ich euch gerne eine Homepage vorstellen, die viel mehr positive Aufmerksamkeit verdient hätte, als sie momentan erfährt: An der Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft, an der ich meine Ausbildung mache, hat der Jahrgang 2014 ein (bisher noch) einzigartiges Projekt gestartet: Die Schüler haben vier Talkshows ausgewertet, hunderte von Aussagen der eingeladenen Politiker protokolliert und daraus die Tatsachen-Behauptungen herausgefiltert. Diese haben sie dann auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft und daraus den Anteil der wahren und nachweislich falschen Aussagen der jeweiligen Personen ermittelt.

Auf der Homepage www.faktenzoom.de präsentieren sie ihre Ergebnisse – auch visuell ist die Seite meiner Ansicht nach ein echter Hingucker!

faktenzoom

Mal abgesehen davon, dass ich meinen Hut vor dieser umfangreichen Recherche-Arbeit ziehe, finde ich auch die Idee dahinter großartig.

Denn wie die Schüler des Jahrgangs 2014 selbst sagen: Kaum jemand macht sich während oder nach einer Talkshow Gedanken darüber, ob die „Fakten“, mit welchen Politiker ihre Argumentation untermauern, denn wirklich der Wahrheit entsprechen.

www.Faktenzoom.de stellt dabei keineswegs einzelne Parteien oder Mandatsträger an den Pranger, sondern bewegt sich bunt durch alle Parteienlandschaften. Wer hätte beispielsweise erwartet dass ein CDU-Mann wesentlich weniger Falschaussagen trifft als seine Kollegin von der LINKEN?

 

Leider honorieren nicht alle Menschen diesen Aufwand und diese Intention, die hinter der Arbeit steht, genauso wie ich. Und noch viel mehr dieser Menschen vergessen, dass dies keine wissenschaftliche Studie, sondern ein schulisches Projekt ist. Ich habe mir aus reinem Interesse in den vergangenen Tagen viele der Kommentare auf der Homepage durchgelesen. Und an mancher Stelle war ich wirklich erschrocken: Zwar gab es auch viele Personen, die sich auf distanziert-kritischer Ebene mit den Ergebnissen auseinandergesetzt haben und durchaus auch Argumente für ihre Kritik anführen konnten. Doch leider gab es genauso oft vollkommen ungerechtfertigte Kritik: „Lügenpresse“ oder „Fehlerteufel“ – gerade von Anhängern der untersuchten Parteien oder Politiker wurden die Schüler leider oft diffamiert und auf unangemessene Art und Weise kritisiert oder gar beleidigt.

Als besonders beschämend empfinde ich dabei die Reaktion von Frau Dr. Petry, die das Projekt gar als „Pinocchio-Presse“ bezeichnete. Aber der getroffene Hund bellt ja bekanntlich, nicht wahr?
So oder so finde ich, dass der FAKTENZOOM gewiss für wesentlich mehr Menschen interessant wäre, als ohnehin schon davon wissen. Und deshalb möchte ich dieses Projekt gerne mit euch teilen:

 

Und noch mehr interessiere ich mich natürlich für eure persönliche Meinung!

 

Alles Liebe,

Nia

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