Vergangene Woche bin ich über den Blog „Rabenfeder“ von Gwendolyn von der Rabenfeste gestolpert. Ursprünglich nur als kurzer Besuch gedacht, habe ich ihren Artikel kommentiert, sie hat geantwortet und irgendwann sagte sie mir:

„Ich habe in deinem Blog gesehen, dass wir noch etwas gemeinsam haben, wir sind Spoonies.“

Spoonie. Ein Begriff, den ich noch nie zuvor gehört habe. Doch beim weiteren Stöbern in der „Rabenfeder“  bin ich dann schließlich auf des Rätsels Lösung gestoßen. Bevor ich das Geheimnis nun lüfte, möchte ich euch ihren Blog wirklich ans Herz legen, ich finde ihn großartig.

 

Die Spoon-Theorie entstammt der Feder von Christine Miserandino. Sie bezieht sich darauf, wie es ist eine „unsichtbare“ chronische Krankheit zu haben: Depressionen, Diabetes, Lupus… oder eben Magersucht. Christine wurde eines Abends von ihrer besten Freundin gefragt, wie es denn wirklich sei mit Lupus zu leben.

Diese Freundin wollte keine medizinische Abhandlung der Krankheit, sondern sie wollte wirklich wissen, wie es für Christine als Person ist. Und wer selbst mit solch einer unsichtbaren Krankheit lebt, weiß, wie schwierig es ist, gesunden Menschen diese Umstände klar zu machen.

Christine hat das Ganze schließlich sinnbildlich erklärt:

 

„Stell dir vor, du hast einen gewissen Vorrat an Löffeln. Diese Löffel symbolisieren die Energie, die du für die Aufgaben und Herausforderungen des Alltags hast. Und Menschen, die eine (unsichtbare) chronische Krankheit haben, haben eben weniger Löffel als gesunde Menschen.

Jede Aktivität in deinem Leben kostet dich jedoch eine gewisse Anzahl an Löffeln: Kochen, die Arbeit, Haare wachen – all die Dinge, die gesunde Menschen beinahe mechanisch tun und über die sie schon gar nicht mehr nachdenken, erfordern für Spoonies eine exakte Planung. Wie teile ich mir meine Löffel für den Tag ein? Ist diese Tätigkeit wirklich notwendig?

Wer viele Löffel zur Verfügung hat, macht darum gar nicht so ein Aufheben. Aber wenn du genau weißt, dass jeder Löffel weniger dich im Laufe des Tages immer mehr einschränken wird, dann überlegst du zweimal, was du tust und was du lässt.“

 

Noch nie habe ich so eine simple aber doch zutreffende Erklärung für Krankheiten wie meine gelesen. Auch mich selbst hat die Spoon-Theorie zum Nachdenken gebracht: Immerhin tendiere ich dazu, meine Löffel schon am Vormittag zu verpulvern, weil ich Angst habe, dass ich sonst nicht alles abgearbeitet bekomme, was ich den Tag über tun wollte. Und das führt oft genug dazu, dass ich schon am frühen Nachmittag in den Seilen hänge und nichts mehr geht.

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Ich bin Gwen sehr dankbar, dass sie mein Leben um diese neue Sichtweise auf meine Krankheit reicher gemacht hat. Wenn wir uns eines Tages mal auf einem Mittelalterlich Phantasie Spectaculum sehen sollten – ich werde ihr dafür einen Met ausgeben 😉

 

Alles Liebe,

Nia

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