Ich dachte, ich werde verrückt. Eigentlich war ich mir ziemlich sicher, dass ich mein Praktikum vergangenen Montag nicht hätte antreten können. Akuter Anfall von Katatonie bedingt durch kalten Entzug. Dabei hatte ich mir alles so schön idyllisch und gemütlich ausgemalt: Das erste Wochenende in meinen Semesterferien, an dem ich wieder zu Hause sein würde. Das Ende meines aufregenden und anstrengenden Festival-Marathons. Und auch wenn ich in diesem August enorm viel Spaß gehabt habe, so muss ich doch gestehen: So manchmal habe ich mich, versunken im WACKEN-Schlamm oder frierend auf dem nächtlichen SUMMER BREEZE schon nach meinem Sofa, einer heißen Tasse Tee und einem guten Schmöker gesehnt. Und jetzt?

Jetzt macht mich das alles wahnsinnig. Beinahe hatte ich am Wochenende das Gefühl, dass die Wände näher kommen, mir die Decke auf den Kopf fällt, mich mein so sehnsüchtig vermisstes Zuhause nun auf einmal einschließt und verschlingt. Akuter Anfall von Wahnsinn eben. Was ist nur los mit mir? Früher hat mich das doch sonst auch nicht gestört, wenn ich das Wochenende daheim verbracht habe. Und jetzt? Jetzt sehne ich mich auf einmal nach den Menschen, die ich dort kennengelernt habe, nach der Musik, nach… nach Leben irgendwie. Aber das war doch bisher nicht so! Und irgendwie macht mich das verdammt unruhig: Ich glaube, ich war noch nie so oft spazieren wie am vergangenen Wochenende. Hauptsache raus, wo sie mich nicht kriegen, die Wände.

Gut, dass ich dem mit zwei Konzerten für den Oktober schon einmal fürs Erste Abhilfe geschafft habe. Jeder andere Zustand wäre auf Dauer einfach nicht haltbar gewesen.

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