Was ich nicht schon alles war: Hexe, Elfe, Kriegerin, Heilerin… Und nein, ich spreche nicht von irgendwelchen Komplimenten oder Beleidigungen, die mir im Laufe meines Lebens an den Kopf geworfen wurden. Ich habe einfach nur jede Menge Fantasie. Nichts bereitet mir mehr Freude, als mit Kopfhörern auf den Ohren durch den Wald zu schlendern und bei passender musikalischer Untermalung von den Naturgeistern zu träumen, die hinter den Bäumen auf mich warten und mich zu sich locken. Oder sich mit einer Tasse Tee, einem Notizbuch und einem Stift abends auf dem Sofa zu verkrümeln und fantastische Welten zu entwerfen, in denen das Gute und die Liebe immer gewinnen. Oder auf Mittelaltermärkten und Co einfach mal… nicht ich sein. Oder vielleicht endlich mal ich? Wer weiß schon genau, welche von den vielen Charakteren, deren Leben ich Tag für Tag (und sei es nur in meinem Kopf) durchlebe, wirklich ich bin?
Keine Sorge, ihr Lieben, ich bin nicht paranoid: Eigentlich denke ich mittlerweile schon, dass ich ganz gut im Hier und Jetzt verankert bin und den Alltag recht gut meistere. Klar, hin und wieder verliere ich auch mal die Orientierung und suche händeringend nach einer Lösung, aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden.

Vielleicht liegt es sogar ein wenig an den Geschichten und Begegnungen, die mir durch meine Liebe zur (meist mittelalterlichen) Fantasiewelt zuteilwerden? Wie wäre ich, wenn mir der Stolz und der Mut einer Kriegerin schon in die Wiege gelegt worden wäre? Wie bin ich, wenn ich mir einfach mal Mühe gebe, jedem Geduld und Verständnis entgegenzubringen (was mir im Alltag nicht immer gelingt)?

Ich mag das NARNIA-Motiv in diesem Bezug eigentlich sehr gerne: Eine Tür, vollkommen unscheinbar in einem Zimmer unseres Hauses, die in ein wunderbares, fantastisches Land führt – ein Land, in dem man ein ganzes Leben verbringen kann und kaum kehrt man zurück, ist keine Sekunde vergangen.

narniawardrobe

Eigentlich beschreibt das meine kleinen Realitätsfluchten, gleich welcher Art, ziemlich gut. Und auch wenn das noch so klischeehaft klingt: Ich bin der festen Ansicht, dass Fantasie einen riesiger, unbezahlbarer Schatz ist.

 

Ich bekomme ziemlich oft gesagt, dass es schwer sei, die Welt zu verstehen, in der ich lebe. Wieso sollte es auch leicht sein? Denn ich lebe in vielen Welten.

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